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Medizin und Ernährung– warum Zusammenarbeit entscheidend ist

  • Autorenbild: Damaris Schulz, BSc
    Damaris Schulz, BSc
  • 1. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Medizin und Ernährung– warum Zusammenarbeit entscheidend ist


ein Gastbeitrag von Damaris Schulz, BSc





Damaris Schulz
Damaris Schulz

Seit einiger Zeit besteht zwischen Fr. Dr. Buchhäusl, Fr. Mag. Hödl und mir eine wertvolle Zusammenarbeit in der Betreuung und Unterstützung gemeinsamer Patientinnen und Patienten hin zu einem gesünderen, nachhaltigen Lebensstil. Damit sind wir drei Frauen mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Hinblick auf dieses Ziel: Medizin sowie Bewegung und Training durch meine Kolleginnen, und ich im Punkto Ernährung. Frauen Empowerment pur - so hat es zuletzt eine unserer Patientinnen so treffend ausgedrückt 😊

Als Diätologin bringe ich meine Expertise im Bereich Ernährung ein. Im ersten Gespräch mit einem Klienten/einer Klientin wird neben einer ausführlichen Anamnese und der Vorgeschichte vor allem das Essverhalten und die -auswahl unter die Lupe genommen. Wo steht der- oder diejenige, wie viel Vorwissen im Bereich gesunde Ernährung ist vorhanden und wie klappt die Umsetzung im Alltag? Welches Ziel hat die Person, die mir gegenüber sitzt, mit einer Ernährungsumstellung? Geht es darum, Gewicht zu reduzieren, Beschwerden wie Reizdarm, Magen-Darm-Erkrankungen zu lindern, Mangelernährung oder Appetitlosigkeit zu beheben?

Hier im Artikel will ich vor allem auf Menschen mit Mehr-Gewicht eingehen, die zu mir kommen, um eine gesunde und nachhaltige Gewichtsabnahme zu erreichen. Dabei ist mir persönlich in der Beratung vor allem eines wichtig: Starre Diätvorschriften haben hier keinen Platz, da sie auf lange Sicht niemals zu einem gesünderen Essverhalten bzw. positiver Körperwahrnehmung führen, sondern im Gegenteil oft noch mehr Stress (und damit Stresshormonausschüttung) verursachen sowie im schlimmsten Fall nach Beendigung der Diät zu einem Jojo Effekt des Gewichts und Zunahme von Körperfett (anstatt Muskulatur) führen.

In der Beratungstätigkeit versuche ich außerdem, so manche komplexe medizinische Empfehlung (oder Ratschläge zum Thema Gewichtsreduktion, die die Betroffenen oft schon aus Zeitschriften, Medien, etc. kennen) so zu erklären, dass Hintergründe verstanden werden. Ob das nun sogenannte Mahlzeitenpausen (Nüchternzeiten), die Erhöhung der Proteinzufuhr oder das gesunde ausgewogene Teller-Prinzip betrifft, wird individuell an die jetzige Situation des Klienten/der Klientin angepasst. Denn Empfehlungen sollen in den Lebensalltag passen und werden dann auch leichter und mit Erfolg umgesetzt, wenn sie logisch und einfach integrierbar sind. Dabei soll nicht zuletzt auch der Genuss beim Essen erhalten bleiben und Freude und Motivation bei der Umstellung des Ess-Alltags geweckt werden. Hier spielen dann zum Beispiel auch neue, gesunde Rezepte für kochbegeisterte Klient/-innen eine Rolle, oder einfache schnelle Ideen für gesunde Mahlzeiten zwischendurch, bei Bedarf auch Mahlzeitenersatzprodukte oder Checklisten für den Alltag in Richtung „Was mache ich, wenn mich Heißhunger überfällt?“, „Tipps und Tricks bei Sodbrennen/Verstopfung/Blähungen“, „Was tun bei Gewichtsstillstand“. Auch sogenannte Einkaufstrainings (Besprechung von Produkten aus dem Supermarkt, Hilfe zu guten Kaufentscheidungen) sind gefragt.

Vielfach räume ich mit diversem Irrglauben betreffend Ernährung bei erfolgreicher Gewichtsreduktion auf: Nicht wenige Menschen denken, sie müssen noch weniger essen, um erfolgreich abnehmen zu können und reduzieren ihre Nährstoffaufnahme viel zu radikal. Dadurch werden häufig zu wenig Nährstoffe zugeführt, vor allem Mikronährstoffe wie Vitamine, aber auch Protein oder schlichtweg Energie. Dies ist vor allem deswegen so fatal, weil damit der sogenannte Grundumsatz, d.h. der Energieverbrauch des Körpers im Ruhezustand, reduziert wird, und bei Beendigung der „Hungersnot“ sofort wieder zugenommen wird.


Ein weiterer wesentlicher Teil in meiner Arbeit, vor allem bei längerfristiger Begleitung, liegt auch beim mentalen Mindset. Denn Ernährung und Psyche hängen eng zusammen. Und die Entscheidung, was ich wann und wie esse, liegt nie allein nur daran, was „gesund“ oder „gut für mich“ wäre. Themen wie emotionales Essverhalten (Essen bei Frust, Langeweile, im Stress, als Belohnung), Ziel-Visualisierungen (zur Stärkung der Motivation) sowie das Überdenken – und im Idealfall Überschreiben – alter Glaubenssätze, brauchen Zeit und einen Raum, in dem man sich diesen Themen in Ruhe widmen kann.

Die Zusammenarbeit mit Wiltrud Buchhäusl schätze ich sehr, weil wir hier ähnliche Denkweisen haben und versuchen, jeden Menschen ganzheitlich zu sehen und auf mehreren Ebenen zu helfen. Auch die Ergänzung mit entsprechendem körperlichen Training, wie Fr. Hödl es anbietet, ist unverzichtbar, wenn es um nachhaltige gesunde Gewichtsreduktion geht. Dadurch kann gesichert werden, dass vermehrt Körperfettmasse reduziert wird und die Muskulatur erhalten bleibt – hier spielen Ernährung und Bewegung zusammen, denn ich brauche einerseits das entsprechende Krafttraining für den Muskel, aber auch die notwendigen Nährstoffe, um den Körper und die Muskulatur gut zu versorgen.

Abschließen möchte ich gern mit einem Satz, den ich sehr häufig meinen Klientinnen und Klienten mitgebe: „Versuche nicht mehr als kleine Schritte auf ein Mal, aber versuche sie jeden Tag, und du wirst sehen, welch großen Fortschritt du machst.“


Ihre Damaris Schulz






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