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Warum nachhaltige Gesundheit Teamarbeit ist

  • Autorenbild: Claudia Hödl
    Claudia Hödl
  • 25. März
  • 5 Min. Lesezeit
Porträt Claudia Hödl - www.trainess.at
Claudia Hödl - www.trainess.at

Medizin und Training – warum Zusammenarbeit entscheidend ist

Wie Muskelmasse, Fettverteilung, hormonelle Veränderungen und die richtige Trainingsstrategie nachhaltige Gesundheit beeinflussen

Die Zusammenarbeit mit Wiltrud Buchhäusl schätze ich sehr. Sie zeigt, wie sinnvoll es ist, Medizin und Trainingstherapie miteinander zu verbinden. Wir ergänzen uns in unserer Arbeit optimal: Während Dr. Buchhäusl die umfassende medizinische Abklärung übernimmt und ihre Patient*innen mit großer kardiologischer Expertise betreut, begleite ich Menschen auf der Ebene von Bewegung, Training und funktioneller Analyse.

Was ich an ihr besonders schätze, ist ihr Blick für den ganzen Menschen – nicht nur für medizinische Werte, sondern auch für das, was Menschen bewegt, belastet und stärkt. Gesundheit ist nie das Ergebnis einer einzelnen Maßnahme, sondern entsteht aus dem Zusammenspiel von Medizin, Bewegung, Ernährung und psychischem Wohlbefinden. Genau deshalb entsteht in unserer Zusammenarbeit oft ein gegenseitiges Weiterempfehlen, weil wir wissen, dass nachhaltige Gesundheit nur dann gelingt, wenn diese Bereiche zusammenspielen.

Gerade bei Menschen mit Gewichtsproblemen zeigt sich, wie wichtig dieser integrative Ansatz ist. Medikamente – etwa sogenannte Abnehmspritzen – können in manchen Fällen eine sinnvolle Unterstützung sein. Ohne gleichzeitige Veränderung des Lebensstils sind sie langfristig jedoch weder nachhaltig noch ausreichend. Ein häufiger Effekt ist beispielsweise der Verlust von Muskelmasse. Genau hier wird Training entscheidend.

Wie ich Menschen auf ihrem Weg begleite

Jede Begleitung beginnt bei mir mit einem ausführlicheren Ersttermin, weil dort jene Analysen stattfinden, die für eine wirklich individuelle Planung entscheidend sind – von funktionellen Bewegungsanalysen über Krafttests bis hin zur Körperzusammensetzung, je nach Zielsetzung und Bedarf. Darauf aufbauend entsteht kein Standardprogramm, sondern ein maßgeschneiderter Weg: Manche Menschen profitieren von einer wöchentlichen Begleitung, andere kommen in größeren Abständen zur Kontrolle oder Anpassung. Entscheidend ist, was im jeweiligen Alltag realistisch, emotional stimmig und langfristig umsetzbar ist. Training kann zu Hause stattfinden, ohne Geräte, mit Kleingeräten, im Fitnessstudio, online, im Trainingsraum oder unterwegs im Hotel – je nachdem, was zur Lebensrealität passt. Ob Mutter mit wenig Zeit, beruflich stark eingebundene Person oder jemand, der klare Struktur von außen braucht: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern viele wirksame Wege. Wichtig ist, dass die Form der Begleitung und auch die Dauer des Programms so gewählt werden, dass sie zur Person passen und nachhaltig funktionieren.

Am Beginn meiner Betreuung steht immer eine genaue Analyse. Dazu gehören funktionelle Bewegungsanalysen, Krafttests sowie das Erkennen von Dysbalancen und Bewegungseinschränkungen. Ein zentraler Bestandteil bei Menschen mit Abnehmwunsch ist außerdem die BIA-Messung, die bioelektrische Impedanzanalyse.


BIA-Messung, die bioelektrische Impedanzanalyse

Bei dieser Messung wird mithilfe eines sehr schwachen elektrischen Stroms der Körperwiderstand gemessen. Da Wasser, Muskelgewebe und Fett unterschiedliche elektrische Eigenschaften besitzen, kann daraus die Körperzusammensetzung sehr genau berechnet werden. Dadurch erhalten wir wichtige Parameter wie Muskelmasse, Fettmasse, Körperwasser und den sogenannten Phasenwinkel.

Der Phasenwinkel gilt als Marker für Zellgesundheit und Zellqualität. Ein höherer Phasenwinkel spricht für stabile Zellmembranen und eine gute körperliche Verfassung, während niedrigere Werte auf Stress, Krankheit oder Muskelabbau hinweisen können.

Diese Messung erlaubt nicht nur eine Momentaufnahme, sondern vor allem ein objektives Tracking über die Zeit. Gerade beim Abnehmen ist das entscheidend: Oft zeigt die Waage nur geringe Veränderungen, obwohl bereits Fettmasse reduziert und gleichzeitig Muskelmasse aufgebaut wird. Die BIA macht solche Entwicklungen sichtbar und hilft, Training und Lebensstil gezielt anzupassen.

Warum Krafttraining mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird

Viele Menschen überschätzen Ausdauertraining und unterschätzen Krafttraining. Wissenschaftlich zeigt sich klar, dass spätestens ab etwa dem 40. Lebensjahr Muskelmasse physiologisch abzunehmen beginnt, wenn kein gezielter Trainingsreiz gesetzt wird.

Deshalb verschiebt sich der Trainingsfokus im Laufe des Lebens zunehmend: Während in jüngeren Jahren Kraft und Ausdauer oft etwa gleichwertig trainiert werden können, gewinnt ab mittlerem Alter das Krafttraining deutlich an Bedeutung. Je nach Ziel kann der Schwerpunkt dann bei etwa sechzig bis siebzig Prozent Krafttraining und dreißig bis vierzig Prozent Ausdauer liegen.

Der Grund dafür ist einfach: Muskelmasse ist einer der stärksten Schutzfaktoren für Stoffwechsel, Gelenke, Stabilität, Knochengesundheit und langfristige Selbstständigkeit.

Gerade Frauen profitieren davon enorm. Frauen reagieren hormonell anders auf Training und benötigen deshalb teilweise andere Trainingsreize – insbesondere mehr Krafttraining und gezielt intensivere Belastungen, um Muskelmasse zu erhalten und Stoffwechselprozesse zu unterstützen. Gleichzeitig muss Training immer systematisch aufgebaut werden, denn niemand beginnt sinnvollerweise sofort mit hochintensiven Belastungen.

Die Sportwissenschaftlerin Stacy Sims formuliert es treffend:

Women are not small men.

Besonders rund um Perimenopause und Menopause verändern sinkende Östrogenspiegel Muskelaufbau, Regeneration, Fettverteilung und Insulinsensitivität. Deshalb reicht „mehr Bewegung“ allein oft nicht mehr aus – entscheidend sind gezielt gesetzte Trainingsreize.

Bauchfett reagiert anders als viele glauben

Nicht jedes Fettgewebe reagiert gleich auf Bewegung – und genau darin liegt ein wichtiger Schlüssel für nachhaltige Veränderungen. Viszerales Fett, also das Fett rund um die inneren Organe im Bauchraum, ist stoffwechselaktiv, stärker durchblutet und hormonell besonders empfänglich. Es reagiert oft bereits auf regelmäßige Bewegung sehr gut und lässt sich meist schneller beeinflussen, als viele vermuten.

Subkutanes Fett hingegen liegt direkt unter der Haut – etwa an Bauch, Hüfte, Po oder Oberschenkeln – und verhält sich biologisch deutlich träger. Besonders in typischen weiblichen Problemzonen ist die Durchblutung geringer, gleichzeitig finden sich dort vermehrt hemmende α2-Rezeptoren, die die Fettfreisetzung bremsen. Das erklärt, warum Fettdepots an Hüfte oder Oberschenkeln oft hartnäckiger bleiben, obwohl bereits Gewicht verloren wurde. Männer lagern hormonell bedingt häufiger viszerales Fett ein, Frauen vor allem subkutanes Fett.

Ein häufiger Fehler ist, Fettabbau ausschließlich mit langem moderatem Cardiotraining gleichzusetzen. Moderate Bewegung ist gesundheitlich wertvoll, reicht jedoch oft nicht aus, um zusätzliche metabolische Anpassungen auszulösen. Gerade intensive Intervalle setzen starke hormonelle Signale frei: Adrenalin und Noradrenalin steigen deutlich an, der Fettstoffwechsel wird aktiviert, und auch hormonell trägeres Fettgewebe kann besser mobilisiert werden. Gleichzeitig verbessern solche Reize die Insulinsensitivität besonders effektiv.

Entscheidend ist jedoch die Kombination: Krafttraining schützt Muskelmasse und Stoffwechsel, intensive Intervalle liefern gezielte metabolische Reize, und Alltagsbewegung stabilisiert den Energieverbrauch im Alltag.

Motivation entsteht selten durch Motivation allein

Viele Menschen warten darauf, dass sie sich motiviert fühlen. In der Praxis entsteht Motivation jedoch häufig erst, nachdem man begonnen hat.

Ein häufiger Denkfehler lautet: „Ich trainiere, wenn ich motiviert bin.“ Nachhaltige Veränderung funktioniert meist anders: Planung schlägt Motivation.

Motivation schwankt – abhängig von Schlaf, Stress, Alltag oder Stimmung. Struktur hingegen trägt. Wer fixe Trainingsfenster plant, reduziert Entscheidungsmüdigkeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich dranzubleiben.

Ein sehr wirksamer Ansatz ist die sogenannte Ein-Prozent-Strategie: Nicht alles gleichzeitig verändern, sondern klein beginnen – mit zehn Minuten Bewegung, zwei Kraftübungen, einem täglichen Spaziergang oder einer klaren Wochenstruktur. Kleine Schritte wirken unscheinbar, entfalten langfristig aber oft die größte Wirkung.

Auch nach Gewichtsverlust bleibt Form trainierbar

Viele Menschen fragen nach deutlichem Gewichtsverlust, wie wieder mehr Körperspannung und ein straffer Bauch erreicht werden können. Die Antwort liegt fast nie in isolierten Bauch

übungen, sondern im gezielten Muskelaufbau des gesamten Systems.

Man kann sich Gewebe wie einen Luftballon vorstellen, dem etwas Luft verloren gegangen ist: Wird er wieder leicht aufgeblasen, entsteht erneut Spannung und die Oberfläche wirkt straffer. Ähnlich kann gezielt aufgebaute Muskulatur dem Gewebe wieder mehr Form und Spannung geben. Gewebequalität verbessert sich über Muskelspannung, Haltung, Rumpfstabilität und progressive Belastung.

Geballte Frauenpower für mehr Gesundheit

Was Dr. Buchhäusl aus meiner Sicht besonders auszeichnet, ist ihre Bereitschaft, Gesundheit nicht auf das eigene Fachgebiet zu begrenzen. Sie erkennt, wann ergänzende Unterstützung sinnvoll ist, und bindet bewusst weitere Expertisen ein, wenn dies dem Menschen zugutekommt. Genau diese Haltung ist nicht selbstverständlich und zeigt, dass für sie das Wohl der Patient*innen immer im Mittelpunkt steht. Unsere Zusammenarbeit macht sichtbar, wie kraftvoll ein solcher ganzheitlicher Zugang sein kann.

Uns verbindet der gemeinsame Antrieb, mit Wissen, Erfahrung und echter Überzeugung etwas Positives zu bewirken. Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, sie zu stärken und ihnen neue Möglichkeiten aufzuzeigen, ist für uns weit mehr als nur Arbeit – es ist ein echter Anspruch.

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