Kennen Sie Ihre Herzgesundheitswerte?
- Dr. Wiltrud Buchhäusl

- 7. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Warum Ihre Herzgesundheitswerte wichtig sind
Das Herz ist das Zentrum unseres Körpers – es pumpt unermüdlich Blut durch unsere Adern und versorgt uns mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Doch wie wissen Sie, ob Ihr Herz gesund ist? Die Antwort liegt in Ihren Herzgesundheitswerten. Diese Zahlen geben Aufschluss darüber, wie es um Ihr Herz steht, und helfen Ihnen, Risikofaktoren für Herzerkrankungen frühzeitig zu erkennen.
In diesem Blogpost erkläre ich, welche Werte Sie kennen sollten, was sie bedeuten und wie Sie Ihre Herzgesundheit aktiv fördern können.
Die wichtigsten Herzgesundheitswerte
1. Blutdruck

Was es bedeutet: Der Blutdruck gibt an, mit welchem Druck das Blut gegen die Wände Ihrer Arterien fließt. Ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie) belastet das Herz und die Blutgefäße und kann langfristig zu Herzerkrankungen, Schlaganfällen oder Nierenschäden führen.
Zielwerte:
Optimal: Unter 120/80 mmHg
Normal: 120–129/<80 mmHg
Erhöht: 130–139/80–89 mmHg
Bluthochdruck (Stufe 1): 140–159/90–99 mmHg
Bluthochdruck (Stufe 2): 160+/100+ mmHg
Was Sie tun können:
Regelmäßig messen (z. B. beim Arzt oder mit einem Blutdruckmessgerät zu Hause).
Salz- und Alkoholarme Ernährung.
Ausreichend Bewegung (mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche).
Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.
2. Cholesterinwerte
Was es bedeutet: Cholesterin ist ein Fettstoff, der in unserem Körper vorkommt. Entscheidend sind 3 Werte:
Gesamtcholesterin: Summe aller Cholesterinfraktionen im Blutserum oder -plasma, bestehend aus LDL-Cholesterin ("schlechtes" Cholesterin), HDL-Cholesterin ("gutes" Cholesterin) und einem Anteil triglyzeridreicher Lipoproteine (VLDL)
LDL-Cholesterin ("schlechtes" Cholesterin): dzt. wichtigster Lipid-Parameter, kann sich in den Arterien ablagern und zu Verengungen führen.
Lipoprotein a = LP(a): Wert ist angeboren, soll einmal im Leben bestimmt werden (idealerweise in jungen Jahren), je höher die Konzentration ist, um so höher ist das kardiovaskuläre Risiko, der Schwellwert liegt im Bereich 50 mg/dl
Zielwerte in der Prävention:
Gesamtcholesterin: Unter 200 mg/dl
LDL-Cholesterin: unter 116 mg/dl (bei Risikopatienten oder nach kardiovaskulären Ereignissen deutlich niedriger)
Was Sie tun können:
Ernährung mit viel ungesättigten Fettsäuren (z. B. Olivenöl, Rapsöl, Nüsse, Avocados).
Ballaststoffreiche Lebensmittel (Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte).
Regelmäßige Bewegung.
Vermeidung von Transfetten (z. B. in frittierten Lebensmitteln, Fastfood, Fertigprodukten), rotes Fleisch reduzieren.
3. Blutzucker (Nüchternblutzucker)
Was es bedeutet: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann auf Diabetes hinweisen, was das Risiko für Herzerkrankungen deutlich erhöht.
Nüchternblutzuckerwerte:
Normal: Unter 100 mg/dl
Prädiabetes: 100–125 mg/dl
Diabetes: 126 mg/dl oder höher
Was Sie tun können um Ihre Blutzuckerspiegel zu senken:
Ausgewogene Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten (Vollkorn, Gemüse).
Zucker reduzieren, nur zuckerfreie Getränke (Wasser, ungesüßter Tee, Mineral-Zitron)
Regelmäßige Bewegung zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit.
4. Body-Mass-Index (BMI)
Was es bedeutet: Der BMI gibt das Verhältnis von Gewicht zu Größe an und hilft Übergewicht oder Adipositas zu erkennen – beides sind Risikofaktoren für Herzerkrankungen.
Zielwerte:
Normalgewicht: 18,5–24,9
Übergewicht: 25–29,9
Adipositas: 30 oder höher
Was Sie tun können:
Gesunde, kalorienbewusste Ernährung.
Regelmäßige körperliche Aktivität.
Ausreichend Schlaf (7–9 Stunden pro Nacht).
5. Taillenumfang
Was es bedeutet:Ein erhöhter Taillenumfang kann auf vermehrtes viszerales Fett hinweisen, das Entzündungen fördert und das Risiko für Herzerkrankungen erhöht. V.a. das Bauchfett ist gefährlich für Ihre Gefäße.
Zielwerte:
Männer: Unter 94 cm
Frauen: Unter 80 cm
Was Sie tun können:
Bauchfett durch gezielte Ernährung und Bewegung reduzieren.
Vermeidung von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Alkohol.
Empfehlungen für eine gesunde Herzgesundheit
1. Ernährung: Das Herz liebt Vielfalt

Mediterraner Speiseplan: reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, pflanzliche Öle (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl) und Fisch.
Weniger Salz: Maximal 5–6 Gramm pro Tag.
Weniger Zucker: Vermeiden Sie zuckerhaltige Snacks und Getränke.
Gesunde Fette: Bevorzugen Sie ungesättigte Fettsäuren (z. B. in Avocados, Nüssen, Lachs).
2. Bewegung: Das Herz braucht Training

Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren).
Krafttraining: 2–3 Mal pro Woche zur Stärkung der Muskeln.
Alltagsbewegung: Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug, gehen Sie spazieren.
3. Stressmanagement: Entspannung fürs Herz
Schlaf: 7–9 Stunden pro Nacht.
Entspannungstechniken zur Vagusstimulation und Abbau von Stresshormonen (zb. Cortisol): Yoga, Meditation, Atemübungen.
Soziale Kontakte: Pflegen Sie Beziehungen – Einsamkeit kann das Herz belasten.
4. Rauchen und Alkohol: Finger weg!
Rauchen: Erhöht das Risiko für Herzerkrankungen um das 2–4-fache.
Alkohol: am besten keinen oder sehr selten wenig.
5. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
Ab 20 Jahren: Alle 2 Jahre Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker checken.
Ab 40 Jahren: Jährliche internistische Kontrollen, besonders bei familiärer Vorbelastung.
Individuelle Beratung: bezüglich Ihres persönlichen Risikoprofils jederzeit in meiner Ordination.
Fazit: Ihr Herz verdient Ihre Aufmerksamkeit
Ihre Herzgesundheitswerte sind wie ein Frühwarnsystem – sie zeigen Ihnen, wo Handlungsbedarf besteht, bevor es zu spät ist. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Werte zu kennen, und handeln Sie proaktiv.
Kleine Veränderungen im Alltag können einen großen Unterschied machen.
Ihre Gesundheit liegt in Ihren Händen – fangen Sie heute an!
Haben Sie Fragen zu Ihren Herzgesundheitswerten oder möchten Sie eine individuelle Beratung? Vereinbaren Sie gerne einen Termin in meiner Praxis.
Dr. Wiltrud Buchhäusl



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